Chronik.

1920| 1925| 1926| 1928| 1929| 1930| 1931| 1933| 1948| 1952| 1953| 1954| 1956| 1961 - 85| 1987| 1989|1990| 1995| 1997 - 98|
2003|
2005 - 08|2012|2013

   

Von der Interessengemeinschaft Refrath zum Bürger- und Heimatverein Refrath e.V.
  
Eine Chronik der Jahre 1920 -25
Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg erholte sich das wirtschaftliche Leben nur langsam. Lebensmittel und Brennstoff blieben rationiert. Nur Selbstversorger, Gartenbesitzer und Tierhalter brauchten nicht zu hungern. Die Gemeinde Bensberg gehörte zur britischen Besatzungszone. Noch 1919 waren Kontakte zwischen Militär und Zivilisten verboten und Vorbeigehende mussten die englische Fahne grüßen. Das neue Schloss in Bensberg und viele Privatwohnungen waren von der Besatzung beschlagnahmt. Doch die Refrather ließen sich nicht unterkriegen – im September 1919 wurde wieder Kirmes gefeiert!

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1920
Am Sonntag, dem 9. Mai 1920 versammelten sich die Refrather Bürger im Saal Strasser (heute REWE/dm in der Straße Siebenmorgen), um eine Gemeinschaft zur Wahrung bürgerschaftlicher Interessen zu gründen: die „Interessengemeinschaft Refrath“ ( IGR ). Es ging u. a. um die Gründung einer Sparkasse, die Reinigung der Straßengräben und die Erweiterung des Friedhofes. Geschäftsführer der IGR war Friedrich von Hitz, die Zahl der Mitglieder betrug schon 3 Monate später 138 – und das bei einer Einwohnerzahl von 1800! In jedem Jahr berief die IGR eine Generalversammlung ein und 1922 entstand auch eine Sterbekasse für die Mitglieder.
Die Zusammenarbeit mit den anderen Ortsvereinen war sehr eng, vor allem mit dem 1910 gegründeten Maispielverein sowie dem Theaterverein, der im Januar 1922 die Stücke „Ulrich, der Wilderer“ oder „Der Fluch der bösen Tat“ (ein für Refrath aktuelles Thema!) sowie das Lustspiel „Schäl als Detektiv“ aufführte. Autor vieler Stücke war Förster Peter Kaser.

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1925
Ein wichtiges Thema war für die Refrather seit jeher die Erhaltung der Alten Kirche. Für dieses Arbeitsgebiet bildete sich am 15.3.1925 im Lokal Eschbach (heute „Erholung“) ein besonderer Verein mit Lehrer Franz Wirtz und später Pfarrer Anton Schmitz als Vorsitzenden. An der Gründungsversammlung nahmen etwa 90 Personen teil.

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1926
Man klagte schon damals über „Vandalismus“: Kinder warfen mit Steinen die Fenster der (unbenutzten) Kirche ein, der Friedhof war zum Spielplatz geworden. Nach dem Wiederaufbau des 1898 durch einen Orkan zerstörten Gotteshauses war die Wiederbeschaffung der Inneneinrichtung eine vordringliche Aufgabe. Man forderte sogar den 1641 von Bensberg „entführten“ Taufstein zurück!
Am 21.3.1926 konnte wieder der erste Gottesdienst in der Alten Kirche gefeiert werden.

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1928
In der „Bensberger Volkszeitung“ vom 6.1.1928 wird über eine Versammlung der Bürger aus Lustheide, Vürfels und Umgebung berichtet, die einen Verein zur Durchsetzung ihrer Interessen gründeten. Themen der Veranstaltung waren Verkehr und Unsicherheit in der Umgebung. Ihr Leiter war Franz Esser. Eine „Rechtsauskunftsstelle“ zur Beratung der Bürger wurde in Lustheide eingerichtet.
Die meisten Straßen in Refrath waren damals bessere Feldwege, nur wenige waren befestigt. Allein die Provinziallandstraße (ehemalige B55 heutige L136) wies eine Pflasterung auf. Von Straßenbeleuchtung konnte kaum die Rede sein. Die IGR mahnte unermüdlich diese Missstände an. Immerhin hatten im Oktober 1928 die meisten Straßen Anschluss an die Wasserleitung und für den Radioempfang war ein Kabel auf den Telefonmasten verlegt worden.
„Haus Frankenforst“ (späteres Gebäude von Rowa Wagner) war u. a. ein Zentrum des Karnevals, das vor allem von (besser betuchten) Bürgern aus Bensberg oder Köln besucht wurde. Im Februar 1928 spielten hier beim Maskenball sechs Kapellen in sechs Sälen!

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1929
Für viel Wirbel sorgte die Neubenennung und Umbenennung von Straßen im Jahr 1929. Anlieger der Lustheide wehrten sich energisch gegen die Bezeichnung „ Lousheide“ weil sie eine „Verwelschung“ bedeute und erreichten, dass es beim alten Namen blieb. Insgesamt wurden 65 Straßen neu benannt, darunter Ackerstraße, Bernard-Eyberg-Str., Wolfsmaar, Büschemer Straße., Kierspelstraße, Siegenstraße.
Heftige Proteste gab es im Ortsteil Brandroster. Hier sollte eine Zuchtstation und ein „Erholungsheim“ für Ziegenböcke errichtet werden. Refrath war in diesen Jahren ein beliebtes Ziel für Sonntagsausflügler aus Köln, die in zahlreichen Gaststätten und „Kaffeewirtschaften“ bewirtet wurden. Auch an den Trinkhallen konnte man seinen Durst löschen.
Am Pfingstsonntag des Jahres 1929 stürmten 500 – 600 Ausflügler einen Leerzug an der Haltestelle Lustheide. Es waren Angstschreie zu hören! (Wie es zu dieser Szene kam, muss noch recherchiert werden.)
Der Theaterverein führte am 28. Oktober im Saal Strasser die Stücke „Ein starkes Herz“ und „Unter dem Schwert des Henkers“ von Peter Kaser auf.
Das Vereinsleben war in den 1920er und den frühen 1930er Jahren sehr rege. Außer den noch heute bestehenden alten Vereinen gab es z. B. einen katholischen Arbeiterverein, einen Jünglingsverein mit Chor und Streichorchester, eine Jungfrauenkongregation, die Deutsche Jugendkraft und den Radfahrerverein „Adler“. Ein Festausschuss, dem alle Vereine angehörten, koordinierte die zahlreichen Veranstaltungen und sammelte für goldene Hochzeiten.
Bei der Aufschließung eines 10 ha großen Geländes gegenüber Haus Frankenforst im Rahmen des Reichsheimstättengesetzes wurden auch „Notstandsarbeiter“ eingesetzt. Es sollen zunächst 17 Wohnungen und eine Schule errichtet werden.
Die Fa. Pütz richtete einen Autobusverkehr nach Gladbach ein.

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1930
Unter Peter Bürling als 1. Vorsitzendem setzte sich die IGR verstärkt für die Entwicklung des vernachlässigten Ortsteils Refrath ein. Noch warteten viele Straßen auf Strom- und Gasanschluss. Es gab weder einen Arzt noch eine Apotheke. Neben der Arbeit für die Bürgerinteressen widmete sich die IGR der Heimatpflege und lud zu wissenschaftlichen Vorträgen ein.

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1931
Die Zinkhütte als größter Arbeitgeber der Refrather Bevölkerung wurde geschlossen. Viele Menschen wurden arbeitslos.

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1933
Politisch war die IGR unabhängig, doch brachte die Machtübernahme durch die NSDAP wachsende Probleme mit sich. Die IGR versuchte sich anzupassen - statt eines Vorsitzenden gab es einen „Vereinsführer“, der im Einvernehmen mit dem Ortsgruppenleiter bestimmt wurde. Das bedeutete das Ende der demokratischen Struktur des Vereins.
Immerhin konnte der Jahresbericht von 1933 eine beachtliche Erfolgsbilanz aufweisen: Ruhebank auf dem Friedhof, Hydrant auf der Wingertsheide, Ausbesserung wichtiger Straßen, Einrichtung einer Vollpostagentur und einer freiwilligen Müllabfuhr, Senkung des Strompreises von 37 auf 35 Pfennige pro kwh.
Unerfüllt blieb der Wunsch nach einer Abortanlage an der Haltestelle Refrath. Der erste Arzt kam erst 1939 und die erste Apotheke 1948 nach Refrath.
Trotz aller Anpassungsversuche wurde die IGR, wie viele andere Vereine vom Regime aufgelöst. Nach einer Blütezeit demokratischen Lebens in den 1920er und 1930er Jahren trat eine kommunalpolitische Stagnation ein, die bis zum totalen Zusammenbruch 1945 andauerte. Es wurde nach dem „Führerprinzip“ regiert und alle verbliebenen Vereine waren „gleichgeschaltet“.
Nach 1945 hatten die Menschen alle Hände voll zu tun, elementare Lebensbedingungen wieder herzustellen. Viele Ausgebombte und Evakuierte hatten in Refrath und anderen Orten im Bergischen Zuflucht gesucht und hausten in bescheidenen Baracken und Behelfsheimen. Nicht wenige dieser Flüchtlinge bauten sich später ihre Notunterkünfte zu einem bleibenden Heim aus.
Die Besatzungsmacht beschlagnahmte zahlreiche Wohnungen und Häuser - besonders in Frankenforst - wodurch deren Bewohner zu „Besatzungsverdrängten“ wurden, die nun in Kellern, Gartenhäuschen oder Baracken unterkommen mussten.
Der Zustrom von Vertriebenen aus den Ostgebieten vergrößerte die herrschende Wohnungsnot. In den 1950er und 1960er Jahren setzte eine rege Bautätigkeit ein: Viele Familien aus den Großstädten errichteten in neu aufgeschlossenen Baugebieten ihr Domizil. Es mussten Straßen gebaut, neue Schulen und Kindergärten eingerichtet werden. In den 10 Jahren zwischen 1949 und 1959 erhöhte sich die Einwohnerzahl der Stadt Bensberg um 29,4 %, von 22395 auf 28710.

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1948
Im Mai 1948 bildete sich im Heimatverein Bensberg eine Bezirksgruppe Refrath.

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1952
Ihr Initiator war der frühere Vorsitzende der IGR Peter Bürling. Bald zeigte sich, dass sich die Refrather in dieser Untergruppierung nicht genügend entfalten konnten und so beschloss man, in einer Großveranstaltung im „Hotel Klosterhöfchen“ (heute Frankenforster Straße/Ecke Wingertsheide) am 27. Januar 1952 sich von Bensberg zu lösen und den „Heimatverein Refrath“ zu gründen.
Zum 1. Vorsitzenden wurde Peter Bürling und zu seinem Stellvertreter Heinrich Zimmermann gewählt. Zum engeren Vorstand gehörten ferner die Herren Vondermann (Rektor), Hartmann und Terhaag. Im erweiterten Vorstand arbeiteten die Herren Schwärzel, Paul Becker, Dr. Bernhards, Hans Miebach, Matthias Ludemann, Karl Opitz und Vertreter der Vereine „Liederkranz“, „Fidele Sandhasen“, „Sportverein Refrath“, „Turnverein Refrath“ und „Schwimmfreunde“ mit. Es bildeten sich 7 Ausschüsse, darunter ein Ausschuss „Modenschau“, ein „Fotoausschuss" und ein „Filmausschuss".
Auf der Veranstaltung am 27.1.1952 wurde im kulturellen Beiprogramm auch ein von Hans Miebach produzierter Heimatfilm gezeigt, der die wichtigen Ereignisse des Jahres in Refrath dokumentierte. In den nächsten Jahren wurden weitere Folgen gedreht. Leider ist dieses wertvolle Zeitdokument verlorengegangen.
Der Pflege des Heimatgedankens dienten historische und literarische Vorträge, z. B. über das Thema „Friedrich Fischbach und die Edda“. Fischbach; ein fantasievoller Heimatforscher (1839-1908) stellte das Bensberger Gebiet als Wiege der germanischen Götterwelt dar. Prof. Kreutz sprach über die „Taufkirche“ und die Refrather Geschichte. Eine enge Verbindung bestand schon in den Jahren ab 1948 zwischen der Bezirksgruppe Refrath und dem Maispielverein.
Peter Bürling sorgte für eine Wiederbelebung der Maifeierlichkeiten mit Wahl des Maipaares und des Hofstaates, Krönungsfeier, Festzug vom „Kickehäuschen“ zum Maibaum am Siebenmorgen, Maifeier und Ball in der Steinbreche. Später wurde auch das Maigericht wiederbelebt. Der Maispielverein bestand noch bis 1956.
Der Heimatverein besaß sogar eine Jugendgruppe, die z. B. an Säuberungsaktionen und der Beseitigung wilder Müllabladestellen mitwirkte und eine Wanderabteilung, bei deren Aktivitäten Alkohol ausdrücklich verboten war! Wanderungen fanden bei jeder Witterung statt. Der Förderung von Handwerk und Gewerbe widmete der Heimatverein seine besondere Aufmerksamkeit. So fanden regelmäßige Leistungs- und Modenschauen im „Klosterhöfchen“ (Frankenforster Straße/Ecke Wingertsheide) statt.
Ein anderes, für die Refrather sehr wichtiges Anliegen war die Errichtung eines Ehrenmals für die 271 Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges auf dem Friedhof. Alle 10 Ortsvereine sammelten nach Straßen geordnet für diesen Zweck, so dass 1952 ein würdiges Denkmal nach dem Entwurf von Toni Richerzhagen eingeweiht werden konnte.
Als Ehrensache betrachteten die Vereinsmitglieder und mit ihnen alle Refrather die Erhaltung der Alten Kirche, für die mehrere 10.000 DM gesammelt wurden, u. a. bei Heimatabenden, Konzerten und Modenschauen.

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1953
Bis zur Jahresmitte 1953 stieg die Zahl der Mitglieder auf 123 an, darunter fast alle Refrather Vereine. Die Leistungsschau von 1953 hatte 5.000 Besucher.
Es kostete den Vorstand geduldige Kleinarbeit und zähe, oft harte Auseinandersetzungen mit der Stadtverwaltung, wenigstens die dringlichsten Forderungen der Bürgerschaft durchzusetzen. Es dauerte Jahre, bis manche Wünsche realisiert werden konnten, ob es nun um Verbesserung der Straßenverhältnisse, der Kanalisation oder der Erweiterung und den Neubau von Schulen und Kindergärten ging. Immerhin wurden u. a. die Beleuchtung der Straßen ausgebaut, eine weitere Poststelle im Pappelhöfchen und eine Polizeistation eingerichtet.
Ein seit Jahrzehnten verfolgter Plan, ein Schwimmbad im Gebiet Traßkaule zu errichten, ließ sich erst 1969 verwirklichen: das Hallenbad Saaler Mühle. Der Stadt Bensberg muss man zugute halten, dass ihr Stadtgebiet
6167 ha umfasste mit weit auseinander liegenden Ortschaften, die ihrerseits auf die Lösung ihrer Probleme drängten.

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1954
Der seit langem schwelende Konflikt mit der Stadtverwaltung spitzte sich zu, als man 1954 anlässlich einer Neuverteilung der Schulbezirke das bisher zusammenhängende Refrath in 3 Teile spalten wollte. „Frankenforst“ sei eine willkürliche Namensgebung und historisch nicht zu begründen, hieß es. Sie gehe auf den Planer des Villenviertels, den Architekten Jean Klein, zurück. Ebenso sei „Lustheide“ kein Name für den westlichen und südlichen Ortsteil, sondern für das Wohngebiet rechts und links der Olpener Straße (heute: Straße „Lustheide“). Als östliche Grenze gelte weiterhin der „Bahndamm“. Die aufgebrachten Bürger drohten mit der Gründung einer „Einheitspartei“, falls es zu einer Zerstückelung käme.

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1956
Die wohl größte Aktion des Vereins in den 1950er Jahren war der Kampf gegen den Plan, im Königsforst einen Atommeiler zu bauen, genauer gesagt auf dem früheren Gelände der Grube Katharina. Vorgesehen war ein gemeinsames Atomforschungszentrum der Universitäten und Hochschulen des Landes NRW. Der Reaktor war bereits in England bestellt worden, die Bevölkerung wurde vor vollendete Tatsachen gestellt! Die Stadt Köln hatte einen geplanten Standort am Brücker Mauspfad auf den Protest der Bürger hin aufgegeben. Man versuchte, die beunruhigten Einwohner zu beschwichtigen, indem man die Anlage als „völlig gefahrlos“ hinstellte.
Offensichtlich war Bensberg an dem Projekt interessiert, weil es den Zuzug vieler Familien und willkommene Steuergelder mit sich gebracht hätte. Der Heimatverein rief zur großen Bürgerversammlung am 17.07.1956 in der Steinbreche auf, zu der auch Gladbacher und Kölner kamen. Die Gegner des Projekts wiesen vor allem auf das Sicherheitsrisiko und den Verlust großer Waldflächen hin.
Die Ablehnung war einstimmig, der Heimatverein wurde beauftragt, die Proteste weiterzuleiten. Peter Bürling bewies seine Fähigkeiten als geschickter Taktiker und übte auf die Behörden Druck aus, indem er z. B. angsterfüllte Briefe von Schulkindern verlas und die Gefahren von Unfall, Sabotage und Krieg an die Wand malte. Die Verhinderung des, von heute aus gesehen, unsinnigen Projekts in einem wertvollen Erholungsgebiet war ein großer Erfolg für den Verein und seinen Vorsitzenden.

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1961 - 1985
Auf Veranlassung des Heimatvereins wurde 1961 die Burgruine Kippekausen durch den Archäologen Siegfried Gollub erforscht und gesichert.
In den späten 1950er und in den 1960er Jahren wurde die Arbeit des Heimatvereins kontinuierlich fortgesetzt. Schwerpunkt war die Einflussnahme auf die Entwicklung des rapide wachsenden Stadtteils Refrath durch Stellungnahmen zu Flächennutzungsplänen und Bebauungsplänen. Durch den Bau der Parksiedlung Kippekausen mit 950 Wohnungen erhöhte sich ab 1959 die Einwohnerzahl um 4000. Darüber hinaus strebte man eine weitere Verdichtung im Ortszentrum durch die Errichtung 12-geschossiger Hochhäuser an, eine damals als „zukunftweisend“ dargestellte Bauweise. Mit diesen Plänen stieß man auf den erbitterten Widerstand des Vereins, der sich inzwischen den (damals) mehr kämpferischen Namen „Bürger - und Heimatverein Refrath“ gegeben hatte und der am 19.10.1964 in das Vereinsregister eingetragen wurde.
Mitglied Dr. Albert Speck verfasste zwei Denkschriften, in denen die städtebaulichen und sozialen Nachteile der Hochhäuser nachgewiesen wurden. Mitglieder des Vereins besuchten viele Haushalte in Refrath und sammelten ca. 3000 Unterschriften gegen die ehrgeizigen Pläne, die das Ortsbild total verändern würden. Auch zwei große Bürgerversammlungen in der Steinbreche, auf denen Dr. Speck leidenschaftlich seinen Standpunkt vertrat, konnten die Front der Hochhausbefürworter im Stadtrat nicht beeindrucken. Nur die beiden Stadtverordneten Lucie Kahlenborn und Wilhelm Klein stellten sich auf die Seite der Hochhausgegner. Sie teilten die „Hochhauseuphorie“ nicht und traten für eine maßvolle, dem bisherigen Ortsbild angepasste Bauweise ein, konnten aber gegen die überwältigende Mehrheit im Rat nichts ausrichten.
Die unnachgiebige Haltung von Rat und Verwaltung brachte das Fass zum Überlaufen. Man entschloss sich zu einem Schritt, den man bereits in den 1950er Jahren erwogen hatte - Gründung einer eigenen Ratspartei, die nur in Refrath kandidierte. Sie nannte sich Unabhängige Bürgergemeinschaft (UBG) und errang bei der Kommunalwahl 1964 1221 Stimmen und damit 2 Mandate im Bensberger Stadtrat.
Mit diesem Ergebnis konnte sie jedoch ihr Ziel, die absolute Mehrheit einer Partei zu brechen, nicht erreichen und sah sich in den folgenden 5 Jahren einer Übermacht von CDU, SPD und FDP gegenüber. Trotzdem waren die beiden UBG Vertreter bestrebt, immer wieder den Willen ihrer Wähler zum Ausdruck zu bringen - in Fragen der Stadtplanung, der Erhaltung von Grün- und Erholungsflächen, aber auch im kulturellen und schulischen Bereich. Die beiden UBG Stadtverordneten waren Wilhelm Wernze (später Cäcilia Müller) und Wolfram Bell.
Durch Bürgerversammlungen z. B. zum brisanten Thema „Dolomitabbau in der Schluchter Heide“ informierten sie die Bürger über die laufenden Planungen und unterstützten auch manche Hilfesuchenden bei der Lösung ihrer Probleme. Sie waren die einzigen Ratsmitglieder, die gegen das von der „Modernen Stadt“ betriebene Projekt „Klein-Manhattan“ in Bensberg stimmten. In der Wahl 1969 trat die UBG in allen Wahlbezirken an, blieb aber unter der 5%-Hürde, nicht zuletzt deswegen, weil sich eine konkurrierende Bürgerinitiative (UBI) an der Wahl beteiligte.
Während sich die UBG den kommunalpolitischen Aufgaben widmete, verstärkte der Bürger- und Heimatverein seine heimatkundliche Tätigkeit. Peter Bürling, der wohl beste Kenner der Refrather Vergangenheit, hielt Vorträge in der „Steinbreche“, die oft bis zum letzten Platz besetzt war. In guter Erinnerung sind noch die karnevalistischen Veranstaltungen im „Klosterhöfchen“, die von eigenen Kräften des Vereins bestritten wurden, vor allem von Heinrich Zimmermann und Adolf Kayser.
Bürling fand in Dr. Gerd Müller einen kompetenten Historiker, der die Quellen zur Ortsgeschichte wissenschaftlich aufarbeitete und die Ergebnisse in seinem Buch „Refrath – Geschichte der Stadtteile Refrath und Frankenforst“ im Jahr 1974 der Öffentlichkeit vorstellte. Das Werk erreichte 3 Auflagen und ist bis heute eine wichtige Grundlage der Heimatforschung.
Nach seinem Rücktritt blieb Peter Bürling auch als Ehrenvorsitzender dem Verein mit Rat und Tat verbunden bis zu seinem Tod im Jahr 1977. Ein vom BHV seit langem gestellter Antrag, der besonders vom langjährigen Mitglied Dr. Heinz Kuhn (gest. 2001) unterstützt wurde, konnte 1995 mit der Benennung eines Platzes und einer Passage nach Peter Bürling im Ortszentrum verwirklicht werden. Dr. Kuhn war auch mehrere Jahre Kassierer und später Schriftführer des Vereins.
Auf Peter Bürling folgte bis 1971 Karl Wilhelm Müller als 1. Vorsitzender. Unter den Vorsitzenden Heinrich Pfeifer, Gretel Steingaß und Gustav Haseke lag in den 1970er bis zur Mitte der 1980er Jahren der Schwerpunkt der Vereinsarbeit auf kulturellem und gesellschaftlichem Gebiet.
Frau Gretel Steingaß gab den Anstoß zu dem Archiv des BHV. Ein Höhepunkt war die Ausstellung „Refrath – wie es früher war“ in der Kreissparkassen-Filiale Refrath im Frühjahr 1985, eine Schau historischer Fotos, die von Frau Gretel Steingaß (gest. 1983) zusammengetragen wurden. Frau Gertrud Treptau und Herr Gustav Haseke gestalteten sie zu einem vielbeachteten Einblick in die Refrather Geschichte. Frau Gertrud Treptau, 2. Vorsitzende des Vereins, organisierte viele schöne Reisen und Jahresfahrten für den Verein.

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1987
1987 fand ein Wechsel im Vorstand statt. Für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Gustav Haseke wurde Dieter Wagner zum 1. Vorsitzenden gewählt. Frau Gertrud Treptau blieb 2. Vorsitzende des Vereins bis zu ihrem Tode. Schriftführerin wurde Elfriede Krzyzan, Wolfram Bell übernahm das Archiv. Initiativen und Anträge an die Stadt befassten sich u. a.: mit der Herrichtung des Bürgerparks an der Steinbreche, wofür ein Maifest veranstaltet wurde, dessen Erlös der Ausstattung des Parks zugute kam.
Es wurde eine Ruhezone an der alten Kirche geschaffen und eine Gestaltungssatzung für die Umgebung der alten Kirche verabschiedet.

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1989
Frau Krauss-Kolter veranstaltet  in Zusammenarbeit mit unserem Archivar die Ausstellung „Dokumente aus dem alten Refrath" in der Kreissparkasse. Wolfram Bell führte immer wieder Exkursionen in Refrath durch bzw. zeigte anhand von Dias die Entwicklung des Ortes auf.

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1990
1990 wurde die hier vorliegende neue Satzung durch das Amtsgericht anerkannt. Im folgenden Jahr feierte unser Vereinslokal - Familie Kamp - 125jähriges Jubiläum.
In Haus- und Straßensammlungen wurde damit begonnen, Gelder für die geplanten Restaurierungen der noch erhaltenen Wegekreuze zu sammeln. Als erstes nahm der Restaurator Hartmann im Auftrage des BHV das Kreuz am Beningsfeld in Angriff. Es wurde im Oktober 1992 neu geweiht. Im selben Jahr fiel - trotz unserer Bemühungen - die alte Vikarie dem Bagger zum Opfer. Ebenso verschwand der Festsaal der Gaststätte „Erholung” neben der alten Kirche. Wie wir heute sehen müssen, waren auch dort alle Bemühungen um eine adäquate Gestaltung letztlich umsonst - zwei klobige Neubauten verriegeln die Sicht auf die Kirche.
Wolfram Bell organisierte wiederum in der Kreissparkasse eine Ausstellung „Refrath - gestern und heute” und der BHV engagierte sich für den Erhalt des Herrenhauses und des Saals der Steinbreche. Hier war das Ergebnis erfreulicher. Der Saal wurde zum Bürgerzentrum hergerichtet, das Herrenhaus restauriert. 1993 kam im Vorstand die Idee auf, nicht nur alte Kreuze zu restaurieren, sondern eine neue Skulptur aufzustellen. Der Vorsitzende Dieter Wagner hatte den Einfall, die „Steinbrecher Jufern” zu verewigen. Ein erster Spendenaufruf brachte über 17.000 DM ein. Es sollte noch drei Jahre dauern, bis die rund 60.000 DM zusammengebracht waren, die die Bronzeplastik dann kostete, als sie am 01.06.1996 von Bürgermeisterin Opladen in Gegenwart des Bildhauers Helmut Moos unter großer Beteiligung der Bevölkerung enthüllt wurde. Zur selben Zeit ließ der BHV den Gedenkstein für Bernhard Eyberg an der alten Kirche restaurieren, auch hierfür griffen Refrather Bürger wieder in die Tasche. Mitglieder des BHV beseitigten den Wildwuchs auf dem alten Friedhof und seiner Ummauerung. Das sollte sich in den folgenden Jahren stetig wiederholen.

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Am 19.03.1995 wurden Platz und Passage des neuen Ortszentrums von Bürgermeisterin Opladen auf den Namen Peter Bürlings getauft.
Für den verstorbenen langjährigen Kassierer und eifrigen Spendensammler Toni Schmitz übernahm 1996 Ursula Bredl die Kasse.

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In den Jahren 1997/98 unternahm der Verein in Sachen Restaurierung die größte Kraftanstrengung - die Kreuze des alten Kirchhofes. Zusammen mit dem Bergischen Geschichtsverein und der Refrather Jagdgenossenschaft wurde das Geld für die Sicherung der noch vorhandenen Grabsteine aufgebracht. Wolfram Bell dokumentierte die Steine und hielt Vorträge. Der Verkauf von Bildern von Hans Luther und Fotos brachte zusätzlichen Erlös. Für den in den letzten Kriegstagen von Amerikanern erschossenen Johann Will wurde eine Gedenktafel an der Mauer angebracht; später erhielt auch die Kirche selbst endlich eine bronzene Informationstafel.
Noch zwei Wegekreuze waren zu restaurieren; das Kreuz „Ossenbach” auf der Lustheide (Parkplatz „Touch Down”) und das Holzkreuz im Vürfels. In den Jahren 1998/99 wurden auch sie fertiggestellt und geweiht. Als besonderen Lohn für sein Engagement erhielt unser 1. Vorsitzender Dieter Wagner die goldene Ehrennadel für verdiente Gladbacher Bürger.
Aufregung gab es dann 1999 um den Kahnweiher und das Projekt, den Bach umzuleiten. Wir protestierten - seither ist allerdings nichts weiter geschehen, da die Stadt kein Geld hat. Auf Antrag des BHV wurde aber der Bürgerpark neu gestaltet und am 05.10.2001 in einer kleinen Feier der Bevölkerung übergeben. Am 08.06.2002 feierte der BHV im Bürgerzentrum Steinbreche sein 50 jähriges Gründungsjubiläum (bzw. „Abnabelung” vom Bensberger Verein). Zu Speis und Trank waren ca. 200 Gäste geladen, die in einer Feierstunde vom Vorsitzenden begrüßt und vom Archivar über die Vereinsentwicklung informiert wurden. Eine Ausstellung „Refrath in Bildern von gestern” und Diavorträge rundeten für alle Refrather den Tag ab.
Am 07.09.2002 verstarb Gertrud Treptau, die sich als 2. Vorsitzende lange Jahre für den Verein eingesetzt hatte. Die ebenso langjährig engagierten Vorstandsmitglieder Elfriede Krzyzan und Ursula Bredl legten ihre Ämter nieder. Turnusmäßige Neuwahlen führten zu folgendem neuen Vorstand:
1. Vorsitzender: Dieter Wagner
2. Vorsitzender: Hans Peter Müller
Schriftführerin: Christa Zschiegner
Kassiererin: Monika Kahlenborn
Archivar: Wolfram Bell
Beisitzerin: Helene Wagner

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Seit März 2003 besitzt der BHV einen Schaukasten nahe der Kreissparkasse, der von den beiden Müllers (Herbert und Hans Peter) betreut wird und immer wieder Beiträge zur Ortsgeschichte zeigt. Zu unserem großem Leidwesen verstarb am 27.02.2004 unser Ehrenmitglied und Archivar Wolfram Bell, der sich um die Ortsgeschichte (und er war nicht von hier!) wahrlich verdient gemacht hat - auch als Pfarrarchivar an St. Johann Baptist. Seine Aufgaben übernahm der 2. Vorsitzende H. P. Müller.
Im selben Jahr unternahm es der BHV, die Südseite der alten Kirche neu zu bepflanzen, nachdem zwei der alten Eschen gefällt worden waren. Sie wurden durch Linden ersetzt.
Der Vorstand ist am 10.01.2005 wieder gewählt worden .

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2005 - 2008
Neben zahlreichen Vereins-Aktivitäten werden in jedem Sommer mehrere Wanderungen durch Refrath und Umgebung durchgeführt, die Vergangenes lebendig werden lassen und vielschichtige Informationen über die Entwicklung unseres Ortsteils vermitteln. Exkursionen führten zu Stätten ehemaliger Bergbauaktivitäten, wie z. B. zur Grube Weiß. Ein anderer Spaziergang hatte die Kriegsgräber in der Hardt zum Ziel.  Für einige dieser Begehungen mit den vorbereitenden Vorträgen konnte der Verein Mitglieder des Bergischen Geschichtsvereins gewinnen.   
Daneben gab es wiederholt Bildvorträge, so z. B. zur 140-jährigen Geschichte der kath. Kirche St. Johann Baptist, zu Haus Steinbreche und Refrath als Ausflugsziel, zur Alten Kirche, zur Zinkhütte und zu einzelnen Refrather Straßen, z. B. dem Vürfels. Im Rahmen der Veranstaltungen „Glaubensgemeinschaften in Bergisch Gladbach“ im Jahre 2006 beteiligte sich der Verein im großen Saal von Haus Steinbreche mit Bildtafeln zur geschichtlichen Entwicklung Refraths und seiner Gemeinden.
Im Jahr 2006 erschien auch das von Vereinsarchivar, Herrn Hans Peter Müller, zusammengestellte Buch „Refrath – gestern und heute“ mit Beiträgen zur Geschichte des Ortes und seiner Baudenkmäler. Die 1. Auflage von 1000 Exemplaren ist bereits vergriffen.
Bestürzung und Unverständnis bei Vereinsmitgliedern und innerhalb der Bevölkerung erregte die Tatsache, dass vom Prozessionskreuz im Vürfels der Christuskorpus abgerissen und entwendet worden ist. Glücklicherweise wurde der Korpus wieder aufgefunden, konnte restauriert und 2007 neu geweiht werden. Die engagierte Nachbarschaft und der BHV hatten das Geld für die Wiederherstellung des Kreuzes aufgebracht. Ebenso wurde das Kruxifix des Kreuzes an der kath. Pfarrkirche, das ursprünglich vom Brandroster stammt, wiederholt mit Farbe beschmiert.
Die am Refrather Weg neu erbaute Moschee regte dazu an, sich mit dem Thema Islam in unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen und dieses Gotteshaus unter kundiger Führung zu besichtigen.
Anfang 2008 wurde durch den Rücktritt des langjährigen Vereinsvorsitzenden, Herr Dieter Wagner, eine Neuwahl notwendig. Herr Hans Peter Müller wurde am 02.04.2008 zum 1. Vorsitzenden gewählt – er betreut auch weiterhin das Vereinsarchiv -; sein Stellvertreter wurde Herr Konrad Büscher. Das Ehepaar Wagner hat in seiner über 20 Jahre währenden Tätigkeit den Verein entscheidend geprägt und sich große Verdienste erworben.
Am 30. April 2008 hat der BHV die alte Tradition des Maifestes wieder aufleben lassen und unter Mitwirkung des Obst- und Gartenbauvereins Refrath e. V. im Bürgerpark an der Steinbreche einen Maibaum aufgestellt. Das Fest erfreute sich reger Beteiligung und soll wiederholt werden.
Ausblick
Der BHV möchte die Ruine der Motte Kippekausen ins Blickfeld der Refrather lenken und bekannt machen, dass es solch eine Motte überhaupt in Refrath gibt. Um sie begehbar zu machen, hat das THW im Sommer 2008 eine Behelfsbrücke installiert. Im Herbst 2008 wird auf der Motte gerodet, da der Baum- und Strauchbestand das Mauerwerk beschädigt und die Begehung erschwert.
In Kürze wird das Missionskreuz am Beningsfeld restauriert.

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Fortschreibung der Chronik bis 2012
2012 ist ein besonders herausragendes Jahr für den Verein, denn wie jeder am Giebel von Haus Steinbreche ablesen kann: Das „Herrenhaus“ wird 300 Jahr alt.
Kurfürst Johann Wilhelm (genannt Jan Wellem) ließ 1712 gerade sein neues Jagdschloss in Bensberg erbauen und verwandte dazu Steine aus Brüchen in Refrath, die wir heute als Zaubersee und Kahnweiher kennen. Mit einem seiner Steinmetze, Leonhard Goudhaire mit Namen, war er so außerordentlich zufrieden, dass er ihm das Gelände schenkte, auf dem Leonhard dieses repräsentative Haus errichten konnte.
Der Verein bildete mit dem Trägerverein Steinbreche eine Planungsgruppe. Diese setzte sich mit den Refrather Vereinen in Verbindung, um ein großes Bürgerfest zu organisieren. Jeder Verein trug durch eigene Beiträge zum Festprogramm bei, so dass ein ganzes Wochenende im August gefeiert werden konnte.
Der BHV hat mit Hilfe der Stadt, die die Bootsanlegestelle des Kahnweihers ausbaggern ließ, das Kahnfahren wieder ermöglicht, was bei den Festbesuchern großen Anklang fand. Ebenso die Aktivitäten vor Haus Steinbreche, die alte Handwerke zeigten und zum Mitmachen einluden. So wurden die Arbeiten eines Steinmetzen, eines Hufschmiedes, einer Spinnerin, das Drechseln mit einfachstem Handwerkszeug, das Herstellen von Fachwerk mit Hilfe eines Zimmermannes, die Arbeit eines Dachdeckers mit Schiefer und das Münzprägen bestaunt. Besonders die Kinder hatten Spaß, sich hier zu betätigen und eifrig mitzumachen.
Viel Beachtung fanden die 3 Steinbrecher Juffern, die in historischen Kostümen sowohl im Kindesalter (drei Mädchen aus der Kita Li-la-Launeland) als auch als Refrather Unternehmerinnen mit großem rotem Schirm auf dem Festgelände zu sehen waren und so das Geschehen bereicherten. Sie waren die Enkelinnen Leonhard Goudhairs, hatten das Haus und mit seinen Ländereien geerbt und durch geschäftliches Geschick ihr Vermögen beträchtlich vermehrt.
Zur Eröffnung des Festes enthüllten die „jungen“ Steinbrecher Juffern mit Hilfe des Bürgermeisters Lutz Urbach vor Haus Steinbreche einen Gedenkstein an Leonhard Goudhaire, den der BHV und Spender gestiftet haben.
In seinem Buch „Refrath gestern und heute, Refrath als Ausflugsziel“ beschreibt Hans Peter Müller die Geschichte der Steinbreche ausführlich. Daher diente es auch als Festschrift.
Bereits seit einigen Jahren hatte der BHV die Pfarre gedrängt, die Renovierung der Alten Kirche hinsichtlich Kirchenschiffdecke und Beleuchtung in Angriff zu nehmen. Endlich kam es hier zu einem Beschluss, allerdings ohne die Anregungen des Vereins zu berücksichtigen. Ob unsere Alte Kirche durch die „Modernisierung“ gewinnen wird, darüber werden wir uns erst nach Abschluss der Arbeiten ein Urteil bilden können.
Ein weiteres wichtiges Ereignis begeht der Verein in diesem Jahr: Sein 60-jähriges Bestehen. Wir blicken auf kreative und aktive Jahrzehnte zurück, in denen insbesondere in den letzten Jahren vieles aus der Refrather Vergangenheit aufgearbeitet worden ist, was die Publikationen und mittlerweile 22 Schautafeln im Ort verdeutlichen. Zu nennen sind auch die Feste an der Alten Kirche, an der Motte und die Maifeste im Bürgerpark. Die wachsende Mitgliederzahl zeigt die Anerkennung für dieses Engagement. Zurzeit (August 2012) hat der Verein 260 Mitglieder.
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Fortschreibung der Chronik bis 2013
Im Lauf des Jahres 2013 wurde die Decke im Kirchenschiff der Alten Kirche mit integrierter Beleuchtung fertiggestellt. Später wurden die Deckenfelder zwischen den Balken weiß gestrichen. Das neue Erscheinungsbild fand ein geteiltes Echo bei den Mitgliedern des Bürger- und Heimatvereins und den Kirchgängern. Im Zuge dieser Renovierungsmaßnahme reinigte das „Alte Kirche-Team“ das oberste Turmgeschoss, wo sich im Laufe von vielen Jahren eine Menge Unrat angesammelt hatte.
Der 3. Rundweg wurde vorgestellt. Er verläuft vorwiegend im Westen unseres Ortes und zeigt anhand von etlichen Schildern Bemerkenswertes aus Refraths Vergangenheit auf. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass diese Rundwege nicht allein durch Mitgliederbeiträge finanziert werden können, sondern wir danken etlichen Sponsoren für ihre Zuwendungen! Die positive Resonanz auf die Rundwegen und ihre Broschüren, nach denen man von Schilder zu Schild wandern kann und die noch weitergehende Informationen als die Schautafeln liefern, regte den Verein an, noch einen 4. Rundweg zu installieren, der den Nordwesten Refraths abdecken wird.
Es war lange ein Anliegen des Vereins, den Mottegraben kontinuierlich mit Wasser zu versorgen, denn es ist wichtig für den Erhalt des Mauerwerks, dass es nicht trocken fällt. Das Wasser sollte von den Dächern des angrenzenden Häuserblocks in den Graben eingeleitet werden. Dazu nahm der Verein Kontakt zu den Wohnungseigentümern auf, die der geplanten Maßnahme zustimmten. Wir sagen ein herzliches Dankeschön für diese Kooperationsbereitschaft. Eine neue Toranlage als Zugang zur Motte wurde 2014 fertig gestellt. Vereinsmitglieder fertigten das Tor an und stellten es auf.Die Beteiligung des Vereins an Refrather Festen ist inzwischen Tradition geworden und macht den BHV bekannter. Dazu tragen natürlich auch die Bücher bei, die in loser Folge herausgegeben werden. Es sind diesmal die Bände 3 und 4: „Refrath gestern und heute, Große Güter und kleine Höfe“ und „Als man den Pfennig noch aufhob“ hinzugekommen.
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Fortschreibung Chronik Bürger- und Heimatverein Refrath e. V. über 2013 hinaus

Der Verein beteiligt sich regelmäßig am Refrather Kirschblütenfest und ist dort mit einem Stand vertreten. Die über Refrath herausgegebenen Bücher und Broschüren zu den Rundwegen sind hier zu erwerben und interessierte Festbesucher können sich über den Verein und seine zahlreichen Aktivitäten (Vorträge, Exkursionen) informieren.

Seit einigen Jahren gibt es einen bebilderten Jahreskalender zu verschiedenen Refrather Themen, zu dem der Verein die Fotos beisteuert. Themen waren z. B. alten Refrather Gaststätten, alten Fachwerkhäusern und Kirchen in Refrath.

Die Brücken am Zaubersee wurden durch Zuschüsse aus Mitteln des Vereins erneuert, so dass der Spazierweg über den Zaubersee wieder gefahrlos genutzt werden kann. Ebenfalls verbesserte der Verein den Zugang zur Motte Kippekausen, um die Motte weiterhin bei Bedarf begehbar zu halten und sie vor Vandalismus zu schützen. Das Mauerwerk des Brunnens auf der Motte wurde gesichert und der Brunnenschacht mit einer Abdeckung zunächst provisorisch versehen. Hier haben Flüchtlinge aktiv unterstützt.

2016 wurde der 4. und damit letzte beschilderte Rundweg durch den Nordwesten des Ortes eingeweiht und dazu die „Wanderbroschüre“ veröffentlicht. Nunmehr verfügt Refrath über 42 Informationsschilder, die von Vereinsmitgliedern betreut werden, denn leider gibt es immer wieder Schmierereien und Zerstörungen. Die vier Rundwege werden auch auf öffentlich angekündigten Führungen erläutert.

Auch bei der jährlichen Aktion „Refrath putzt munter“ beteiligen sich Vereinsmitglieder. 2016 halfen Flüchtlinge beim Saubermachen, die von Vereinsmitgliedern ehrenamtlich betreut wurden und gern bereit waren sich hier einzubringen.

Die regelmäßigen Mitgliedertreffen werden durch Vorträge zur Ortsgeschichte oder zu historischen, kultur- und religionsgeschichtlichen Themen bereichert und es werden zusätzlich Museumsbesuche und Exkursionen angeboten.

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In letzter Zeit hat der Verein steten Zuwachs erhalten.
Liebe Refrather, wir fordern Sie auf, sich für die Belange Ihres Ortes einzusetzen, sich für seine Vergangenheit zu interessieren und seine Zukunft mitzugestalten - bei uns sind Sie willkommen.
Hans Peter Müller
   
   
Vorsitzende des Bürger und Heimatvereins Refrath e.V. von 1964 bis 2008*
Zeitraum 1.Vorsitzender 2. Vorsitzender
1964 - 1965 Peter Bürling Heinrich Zimmermann
1965 - 1969 Karl Wilhelm Müller Christian Busch
1969 - 1971 Karl Wilhelm Müller Adolf Kayser
1971 - 1980 Heinrich Pfeifer Günter Lenz
1980 - 1984 Margarete Steingaß Gustav Haseke
1984 - 1986 Gustav Haseke Gertrud Treptau
1986 - 2002 Dieter Wagner Gertrud Treptau
2002 - 2008 Dieter Wagner   Hans Peter Müller

seit 04.2008

Hans Peter Müller Konrad Büscher

* Bemerkung: Angaben ermittelt nach den Eintragungen im Vereinsregister

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